„Streichelzooführerschein“
Tiere verstehen – Grenzen respektieren – Verantwortung übernehmen

Im dreistündigen Workshop „Streichelzooführerschein“ lernen Vorschulkinder und Kinder der ersten Klasse, Tiere aufmerksam wahrzunehmen und verantwortungsvoll mit ihnen umzugehen. Die Tiere des Streichelzoos dienen dabei als Lernpartner. Das Ziel reicht jedoch weit über das richtige Verhalten im Streichelzoo hinaus: Die Kinder entwickeln ein grundlegendes Verständnis dafür, dass Tiere fühlende Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen und Ausdrucksformen sind.
Lernen durch Beobachten und Handeln
Viele Kinder möchten Tiere anfassen, füttern oder ihnen möglichst nahekommen. Ob ein Tier diesen Kontakt ebenfalls möchte, wird dabei nicht immer erkannt.
Im Workshop erfahren die Kinder,
- wie Tiere durch Körpersprache und Verhalten Wohlbefinden, Stress, Abwehr oder Rückzugsbedarf zeigen,
- woran sie erkennen können, dass ein Tier Ruhe oder Abstand benötigt,
- wie man sich Tieren ruhig und respektvoll nähert,
- warum Tiere keine Spielzeuge sind,
- welches Futter geeignet oder gesundheitsschädlich ist.
Beim Beobachten, Bürsten und Füttern der Tiere setzen die Kinder das Gelernte praktisch um. Sie entwickeln Einfühlungsvermögen, Rücksichtnahme und Verantwortungsbewusstsein und lernen, eigene Wünsche am Wohlbefinden des Tieres auszurichten.
Die erworbenen Kenntnisse lassen sich auch auf Begegnungen mit Heim- und Nutztieren, Tieren in menschlicher Obhut sowie in der Natur lebenden Wildtieren übertragen.

Präventive Tierschutzbildung
Der „Streichelzooführerschein“ trägt dazu bei,
- unangemessenen Tierkontakt zu vermeiden,
- Rückzugssignale zu respektieren,
- falscher Fütterung vorzubeugen,
- tierliche Bedürfnisse bei eigenen Entscheidungen zu berücksichtigen.
Das erworbene Wissen wird spielerisch gefestigt und in einem kleinen Abschlusstest überprüft. Anschließend erhalten die Kinder eine Urkunde.
In den vergangenen Jahren haben mehr als 2.000 Kinder den „Streichelzooführerschein“ erworben. Allein im März 2026 nahmen über 400 Vorschulkinder teil.
Multiplikatoren für den Tierschutz
Angehende Lehrkräfte sowie zukünftige Erzieherinnen und Erzieher wirken regelmäßig an dem Projekt mit. Sie lernen, Tierschutz altersgerecht zu vermitteln und Tierbegegnungen verantwortungsvoll zu gestalten.
Die dabei erworbenen Kenntnisse und Methoden tragen sie später in Kindertagesstätten, Schulen und weitere Bildungseinrichtungen. So reicht die Wirkung des Projekts weit über die unmittelbar teilnehmenden Kinder hinaus.

Evaluation und Weiterentwicklung
Nach jeder Veranstaltung füllen die Leiterinnen und Leiter der teilnehmenden Gruppen einen Evaluationsbogen aus. Die Rückmeldungen zur inhaltlichen und methodischen Gestaltung, zur Verständlichkeit und zur Wirkung des Workshops werden ausgewertet und für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Projekts genutzt.
Der „Streichelzooführerschein“ steht damit beispielhaft für das Selbstverständnis der Zooschule Landau als Tierschutzschule:
Nachhaltiger Tierschutz beginnt dort, wo Menschen lernen, Tiere aufmerksam wahrzunehmen, ihre Bedürfnisse zu verstehen und Verantwortung für ihr Wohlergehen zu übernehmen.




