BNE/ Lernbereich Globale Entwicklung

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Lernbereich Globale Entwicklung

Kinder und Jugendliche auf die komplexen Fragen globaler Entwicklung vorzubereiten und ihnen ein Bewusstsein für ihre eigene Verantwortung zu vermitteln, sind wesentliche Voraussetzungen für eine nachhaltige weitweite Entwicklung. Seit mehr als 15 Jahren orientiert sich die Zooschule Landau am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung und versteht sich als Einrichtung für Bildung für nachhaltige Entwicklung. Sie möchte einen Beitrag dazu leisten, heranwachsende Menschen zu befähigen, die Zukunft in ihrem Lebensumfeld aktiv in ökologischer, ökonomischer und sozialer Balance mitgestalten zu können. Es geht maßgeblich darum, das Bewusstsein für eine übergreifende globale Herausforderung zu schaffen und Schülerinnen und Schülern die Einsicht zu vermitteln, dass ihr Handeln Konsequenzen hat – nicht nur für sie selbst und ihr Umfeld, sondern auch für andere. Der Zooschulunterricht vermittelt Wissen, erklärt Zusammenhänge, regt zum Perspektivwechsel an, hilft bei der Analyse von Entwicklungsprozessen und zeigt lebensweltorientiert, was jeder selbst tun kann, um die Welt ein Stück zu verbessern. Ganz wesentlich ist dabei die Unterstützung des Erwerbs grundlegender Kompetenzen für eine zukunftsfähige Gestaltung des eignen Lebens, für die Mitwirkung in der Gesellschaft und die Mitverantwortung im globalen Rahmen. Die Zooschule bezieht sich in ihrer Bildungsarbeit auf die elf Kernkompetenzen in den Bereichen Erkennen – Bewerten – Handeln, die im Orientierungsrahmen für den Lernbereich „Globale Entwicklung“ (2016) aufgeführt sind.


Globales Lernen in der Zooschule Landau: Unterrichtsthemen

ThemaKlassen-
stufe
Kompetenzen
Lernbereich „Globale Entwicklung“/ Sachunterricht; NAWI
Unterrichtsinhalte
Ohne Wasser – kein Leben 4-61.2, 2.2, 5.3, 8.2

1.1, 1.2, 1.4, 2.1, 2.2, 2.3, 6.2, 7.1
Unser blauer Wasserplanet; Anteile Süßwasser/ Salzwasser und ungleichmäßige Verteilung des Wassers auf der Erde; die Bedeutung des Wassers für das Leben auf der Erde; Lebensraum Wasser: Kennenlernen von ausgewählten Zootieren; Wasser in unserem Alltag, unser täglicher Wasserverbrauch, virtuelles Wasser und Verbrauch von „verstecktem“ Wasser, Zusammenhang zwischen Konsum in den Industrieländern wie Deutschland und Wasserknappheit in anderen Ländern; Menschen in anderen Ländern: Paulina in Namibia (Wasserknappheit und Folgen für Mensch und Tier); Respektvoller, nachhaltiger Umgang mit Wasser
Wälder schützen durch Recyclingpapier4-71.2, 4.3, 5.3, 6.1, 7.1, 7.2, 7.3, 8.2, 10.2

2.1, 2.2, 2.3, 3.1, 5.3, 7.1, 8.1, 8.2
Holz- und Papierprodukte im eigenen Lebensumfeld; Fakten über Papierverbrauch; Deutschland als viertgrößter Papierproduzent und zweitgrößter Zellstoffimporteur der Welt; Papierherstellung; Herkunft/ Import der Rohstoffe; Wälder weltweit; Wälder als bedeutsame, schützenswerte Lebensräume; Kennenlernen von Waldbewohnern im Zoogelände; ökologische und soziale Konsequenzen der sich ausbreitenden Zellstoffgewinnung und Zellstoffindustrie, z.B. in Südostasien/ Indonesien; Maßnahmen zur Reduktion des Papierkonsums, Papier: neu und alt (Recycling-Papier) im Vergleich; Papier sparen: Tipps für jedermann; Umweltsiegel im Vergleich
Achtung! Plastikmüll in unseren Ozeanen und Meeren!3-10 1.2, 4.3, 5.3, 7.1, 7.2, 7.3, 8.2, 10.2, 11.2

2.1, 2.2, 2.3, 3.1, 5.3, 8.1, 8.2
Schülerinnen und Schüler erkunden, warum sich große Mengen von Plastikabfall in unseren Seen, Flüssen, Meeren befinden, und ermitteln, warum das für Tiere im und am Meer (u.a. Robben, Pinguine) sowie für Menschen gefährlich ist. Sie überlegen zusammen, wie sie selbst den Plastikabfall reduzieren können.
Bedeutung, Bedrohung und Schutz der Artenvielfalt3-61.2, 4.3, 5.3, 6.1, 7.1, 7.2, 7.3, 8.2, 10.1, 10.2, 11.2

2.1, 2.2, 2.3, 3.1, 5.1, 5.3. 7.1, 8.1, 8.2
Schülerinnen und Schüler erfahren, dass die Artenvielfalt (zusammen mit der genetischen Vielfalt und der Vielfalt der Ökosysteme) unsere Lebensgrundlage darstellt. Es werden allgemeine Bedrohungsursachen erarbeitet. Im Mittelpunkt steht eine von der Ausrottung bedrohte Tierart, z. B. Sibirische Tiger, Humboldt-Pinguine, Weißhandgibbons. Es wird auch gemeinsam überlegt, was jeder zum Schutz der Tiere beitragen kann.
Klimawandel – Klimaschutz: Wie wirkt sich der Klimawandel auf Tierarten aus?5-101.2, 6.1, 8.2, 10.2

2.1, 2.2, 2.3, 3.1, 7.1, 8.1, 8.2
Nach einer Einführung in das Thema „Klimawandel“ werden bei einem Zoorundgang ausgewählte Tiere in ihren Gehegen aufgesucht. Gemeinsam wird überlegt, wie sich der Klimawandel auf den natürlichen Lebensraum und damit auf die dort lebenden Tiere (und Menschen) auswirkt bzw. auswirken wird. In einem dritten Schritt werden Klimaschutzmaßnahmen erarbeitet. Hier stehen die eigenen Handlungsmöglichkeiten im Vordergrund.
„Ein Handy für den Gorilla!“ Was haben Handys mit Artenschutz zu tun?8-101.2, 4.3, 5.3, 6.1, 7.1, 7.3, 8.2, 10.1, 10.2

2.1, 2.2, 2.3, 3.1, 5.1, 5.3, 5.4, 7.1, 8.1, 8.2
Mobilfunkgeräte in unserem Leben, Reflektieren des eigenen Konsumverhaltens; Rohstoffe zur Herstellung von Handys; Rohstoffgewinnung/ -abbau, z.B. (illegaler) Coltanabbau in den Regenwäldern Afrikas (Kongo); gefährliche und unmenschliche Arbeitsbedingungen beim Abbau der Rohstoffe; Herstellung von Handys und Arbeitsbedingungen in der Handyproduktion, z.B. in China; der Regenwald als schützenswerter Lebensraum, u.a. für Menschenaffen (Beobachten und Kennenlernen der Schimpansen und Gibbons in ihren Gehegen); Folgen menschlicher Eingriffe in die Natur (Lebensraumzerstörung; Ausrottung von Pflanzen und Tieren; Folgen für die einheimischen Menschen); Senkung des Rohstoffverbrauchs durch das Recyceln der Althandys, Anregung zu einer Handy-Sammelaktion zur weiteren Nutzung der wertvollen Rohstoffe; kritische Vorstellung von umweltfreundlichen, sozial verträglichen und ressourcenschonenden Smartphones („Fairphones“)

s. zu den Kompetenzen des Lernbereiches „Globale Entwicklung“:
Engagement GLOBAL gGmbH (Hrsg.): Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. 2. aktualisierte und erweiterte Auflage 2016, 3. Druck – Bonn 2017 (Cornelsen Verklag)