{"id":2541,"date":"2024-04-29T22:03:38","date_gmt":"2024-04-29T20:03:38","guid":{"rendered":"https:\/\/zooschule-landau.de\/zoojugendspiele\/?page_id=2541"},"modified":"2024-04-29T22:24:21","modified_gmt":"2024-04-29T20:24:21","slug":"expertenwissen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/zooschule-landau.de\/zoojugendspiele\/sibirischer-tiger\/expertenwissen\/","title":{"rendered":"Expertenwissen"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sibirischer oder Amur-Tiger <\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>(Panthera tigris altaica)<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:40% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"915\" src=\"https:\/\/zooschule-landau.de\/zoojugendspiele\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/tiger-quelle-zoo-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2542\" srcset=\"https:\/\/zooschule-landau.de\/zoojugendspiele\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/tiger-quelle-zoo-1.jpg 1260w, https:\/\/zooschule-landau.de\/zoojugendspiele\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/tiger-quelle-zoo-1-300x218.jpg 300w, https:\/\/zooschule-landau.de\/zoojugendspiele\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/tiger-quelle-zoo-1-768x558.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"mce_8\"><strong>Verwandtschaft:<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Reich: Tiere<br>Stamm: Chordatiere<br>Unterstamm: Wirbeltiere<br>Klasse: S\u00e4ugetiere<br>Ordnung: Raubtiere (Carnivora)<br>Unterordnung: Landraubtiere (Fissipedia)<br>Familie: Katzen (Felidae)<br>Unterfamilie: Gro\u00dfkatzen (Pantherinae)<br>Gattung: Panthera (Eigentliche Gro\u00dfkatzen)<br>Art: tigris<br>Unterart: altaica<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Verbreitung und Lebensraum:<\/h4>\n\n\n\n<p>Verbreitung: Russischer ferner Osten, Nordost-China, ggf. Nordkorea<br>Lebensraum: Laub- und Nadelw\u00e4lder, Taiga<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Ern\u00e4hrung:<\/h4>\n\n\n\n<p>Reh- bis rindergro\u00dfe S\u00e4ugetiere; Wildschweine, auch Raubtiere wie kleinere Katzen, B\u00e4ren, Hunde, daneben Hasen, rattengro\u00dfe Nagetiere, Lachse, Nahrungsbedarf: 7 \u2013 9 kg Fleisch \/ Tag<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Lebensweise und Fortpflanzung:<\/h4>\n\n\n\n<p>Territoriale Einzelg\u00e4nger mit 60 \u2013 100 km\u00b2 gro\u00dfen Revieren, tag- und d\u00e4mmerungsaktiv<br>Fortpflanzung: 3-7 Jungtiere; 4 Monate Tragezeit, Junge bleiben 2 &#8211; 3 Jahre bei der Mutter, Geschlechtsreife nach ca. 3 &#8211; 4 Jahren<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Freilandstatus:<\/h4>\n\n\n\n<p>Stark bedroht (endangered nach IUCN) durch Jagd, R\u00fcckgang ihrer Beutetiere und Lebensraumzerst\u00f6rung, 300 \u2013 400 Tiere, davon 18 \u2013 22 Tiere in China, Bestand relativ stabil, unbekannt, ob noch in Nordkorea vorhanden<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Allgemeines zur Tierart Tiger<\/h3>\n\n\n\n<p>Typische Tigermerkmale sind: <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Senkrecht laufende schwarze Streifung auf orange-braunem Fell; dient der Tarnung in waldreichem Lebensraum und hohem Gras<\/li><li>Streifenmuster jedes Tigers so einzigartig wie der Fingerabdruck eines Menschen <\/li><li>Wei\u00dfer Fleck auf R\u00fcckseite der Ohrmuschel wird sichtbar, wenn Tier die Ohren anlegt; dr\u00fcckt Stimmung aus, dient zur innerartlichen Kommunikation<\/li><li>Tiger und andere Gro\u00dfkatzen (L\u00f6we, Jaguar, Leopard, Schneeleopard) im hellen Umgebungslicht runde, Kleinkatzen senkrecht-schlitzf\u00f6rmige Pupillen<\/li><li>wasserliebend, gute Schwimmer, h\u00e4ufig in Gew\u00e4ssern\u00e4he jagend<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Man unterscheidet heute noch sechs lebende Unterarten des Tigers (Panthera tigris):<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Bengaltiger oder K\u00f6nigstiger<\/strong> (P. t. tigris), Verbreitung: Indien, Bangladesh, Nepal, Wildbestand: max. 2100 Tiere<\/li><li><strong>Indochinesischer Tiger<\/strong> (P. t. corbetti), Verbreitung: Thailand (auch Myanmar,  Kambodscha, Laos, Vietnam), Wildbestand: 800 \u2013 1500 Tiere<\/li><li><strong>S\u00fcdchinesischer Tiger<\/strong> (P. t. amoyensis), Verbreitung: ehemals ganz China, heute vereinzelt, Wildbestand: 20 \u2013 30 Tiere. Der S\u00fcdchinesische Tiger steht kurz vor der Ausrottung bzw. ist m\u00f6glicherweise schon ausgerottet (seit 1970 keine Wildbeobachtungen mehr!).<\/li><li><strong>Sibirischer Tiger oder Amurtiger<\/strong> (P. t. altaica) Verbreitung: Ost-Sibirien \/ Grenzgebiet Russland\/China, Wildbestand: max. 500 Tiere<\/li><li><strong>Malayischer Tiger<\/strong> (P. t. jacksoni), Verbreitung: S\u00fcden Malaysias, Wildbestand: 500 \u2013 1000 Tiere<\/li><li><strong>Sumatratiger<\/strong> (P. t. sumatrae), Verbreitung: Sumatra, Wildbestand: max. 300 Tiere<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Drei weitere Unterarten sind bereits vom Menschen ausgerottet worden: Bali-Tiger (1940), Kaspischer Tiger (1970), Java-Tiger (1980)<br>Die einzelnen Unterarten unterscheiden sich in ihrer Gr\u00f6\u00dfe und ihrer Fellf\u00e4rbung. Die am n\u00f6rdlichsten vorkommende Unterart, der Sibirische Tiger, ist die gr\u00f6\u00dfte Unterart (Kater bis 300 kg). Er hat eine helle Grundfarbe, wenige schwarze Streifen und einen hohen Wei\u00dfanteil im Gesicht, an Brust und Bauch. Der Sumatratiger ist die kleinste Unterart (Kater bis 140 kg). Seine Grundfarbe ist dunkler und er ist am kontrastreichsten gef\u00e4rbt. Beides sind Anpassungen an den jeweiligen Lebensraum (lichte W\u00e4lder\/Taiga bzw. dichter Regenwald).<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Gr\u00f6\u00dfe der Streifgebiete:<\/h4>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00f6\u00dfe eines Tiger-Territoriums h\u00e4ngt von der Nahrungsverf\u00fcgbarkeit (Beutedichte) ab! Im indischen Dschungel, wo es reichlich Beute gibt, kontrollieren m\u00e4nnliche Tiger ein Gebiet von nur 10 bis 39 km2. In Ostsibirien gibt es wenig Beute, der Amurtiger hat deshalb Streifgebiete von 800 bis 1000 km2. Reviere werden durch Kot-, Duft- und Kratzmarken markiert. Die Territorien weiblicher Tiger sind generell kleiner als die der Kater. Meist \u00fcberlappt ein M\u00e4nnchenterritorium die mehrerer Katzen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Beutetiere und Jagd:<\/h4>\n\n\n\n<p>Tiger sind einzelg\u00e4ngerische J\u00e4ger. Im un\u00fcbersichtlichen Lebensraum Wald ist Beute schwierig aufzust\u00f6bern, die heimliche, alleinige Jagd deswegen effektiver. Zu seiner Beute z\u00e4hlen haupts\u00e4chlich Hirsche, Wildrinder- und schweine, teilweise auch kleinere S\u00e4ugetiere und Fisch. Beutetiere werden h\u00e4ufig versteckt und \u00fcber mehrere Tage hinweg verzehrt. Ein Tiger kann bis zu 18 kg Fleisch an einem Tag zu sich nehmen, woraufhin eine mehrt\u00e4gige Jagdpause folgt. Nicht jede Jagd ist erfolgreich, so dass Tiger auch auf schon verwesende Teile \u00e4lterer Beute zur\u00fcckgreifen, wenn n\u00f6tig. Im Zoo wird die nat\u00fcrliche Situation insofern nachgestellt, als dass die Tiere ein bis zwei Fastentage pro Woche haben.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Von Menschen und Tigern:<\/h4>\n\n\n\n<p>Tiger gibt es auf unserer Erde bereits seit mehr als 2 Millionen Jahren. Noch bis vor 100 Jahren bev\u00f6lkerten \u00fcber 100.000 Tiere fast ganz Asien und Teile Europas. Laut aktuellen Sch\u00e4tzungen (2008) gibt es heute nur noch maximal 4.600 Exemplare dieser faszinierenden Raubkatze, die in kleinen, oftmals isolierten Populationen in kleinen Teilgebieten Asiens leben! 93% ihres urspr\u00fcnglichen Lebensraums sind heute verschwunden!<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Vier der sechs heute noch lebenden Tigerunterarten werden von der<\/li><li>Weltnaturschutz-Union (IUCN) auf der \u201eRoten Liste\u201c als \u201eStark gef\u00e4hrdet\u201c (endangered) eingeordnet. Der Sumatratiger und der S\u00fcdchinesische Tiger gelten als \u201eVom Aussterben bedroht\u201c (critically endangered)!<\/li><li> Der Mensch ist der einzige Feind des Tigers.<\/li><li> Der Mensch dringt aufgrund steigender Bev\u00f6lkerungszahlen und auf der Suche nach Bodensch\u00e4tzen immer weiter in den Lebensraum des Tigers vor und dezimiert dessen Lebensgrundlage durch Vernichtung des Regenwaldes, Urbanisierung und Jagd auf seine Beutetiere.<\/li><li>Tiger werden als Viehr\u00e4uber und aus Angst gejagt. Doch der Tiger ist kein Menschenfresser! Nur kranke oder alte, in die Enge getriebene Tiere, die sich nicht mehr ern\u00e4hren k\u00f6nnen, verlieren ihre nat\u00fcrliche Scheu vor dem Menschen und k\u00f6nnen gef\u00e4hrlich werden.<\/li><li>Ausgewachsene Tiger haben keine nat\u00fcrlichen Feinde! Allein der Mensch ist f\u00fcr den drastischen Schwund wild lebender Tiger verantwortlich!<\/li><li>Tiger sind heute in allen L\u00e4ndern (aufgrund nationaler Gesetzgebung und laut Washingtoner Artenschutzabkommen CITES) streng gesch\u00fctzt. Seit 1993 ist der Handel mit lebenden und toten Exemplaren sowie K\u00f6rperteilen weltweit verboten. Der illegale Handel konnte bis dato nicht unterbunden werden. Illegale Jagd durch die hohe Nachfrage nach fast allen K\u00f6rperteilen zur Verwendung in der so genannten<\/li><li> \u201eTraditionellen Chinesischen Medizin\u201c ist nach wie vor eine der Hauptursachen f\u00fcr den R\u00fcckgang der Tiger.<\/li><li>In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird seit ca. 5.000 Jahren auf die<\/li><li> Heilwirkung tierischer Substanzen vertraut. Die Heilwirkung von Tigerteilen ist sehr<\/li><li> umstritten, viele Forscher bescheinigen einen psychischen aber keinen<\/li><li> pharmakologischen Heilungseffekt (\u201ePlacebo\u201c).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Beispiele f\u00fcr die Absurdit\u00e4t dieser \u201eMedizin\u201c zeigt die Zeichnung mit dem Titel \u201ePanthera tigris apothecarius\u201c:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1400\" height=\"820\" src=\"https:\/\/zooschule-landau.de\/zoojugendspiele\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Pantheratigrisapothecarius-1400x820.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2555\" srcset=\"https:\/\/zooschule-landau.de\/zoojugendspiele\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Pantheratigrisapothecarius-1400x820.jpg 1400w, https:\/\/zooschule-landau.de\/zoojugendspiele\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Pantheratigrisapothecarius-300x176.jpg 300w, https:\/\/zooschule-landau.de\/zoojugendspiele\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Pantheratigrisapothecarius-768x450.jpg 768w, https:\/\/zooschule-landau.de\/zoojugendspiele\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Pantheratigrisapothecarius.jpg 1950w\" sizes=\"auto, (max-width: 1400px) 100vw, 1400px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Der Sibirische Tiger:<\/h4>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Der Sibirische Tiger ist die gr\u00f6\u00dfte lebende Katzenart der Welt.<\/li><li>M\u00e4nnliche Tiere k\u00f6nnen ein Gewicht von bis zu 300 kg erreichen, Weibchen sind stets deutlich kleiner und erreichen die H\u00e4lfte, h\u00f6chstens 2\/3 des Gesamtgewichts der M\u00e4nnchen.<\/li><li>Mit seinem n\u00f6rdlichen, kalten Lebensraum geht auch eine Ver\u00e4nderung des Fells einher. Sibirische Tiger haben deutlich l\u00e4ngere und dichtere Haare, als die weiter s\u00fcdlich verbreiteten Unterarten, muss er doch in seinem Lebensraum mit Temperaturen von bis zu minus 40\u00b0C zurechtkommen k\u00f6nnen. Zus\u00e4tzlich zum dicken Fell frisst sich der Sibirische Tiger f\u00fcr den Winter eine bis zu 5 cm dicke Speckschicht an, die isolierend wirkt.<\/li><li>Der Tiger verbringt viel Zeit mit der Jagd, da nur 10 Prozent seiner Angriffe erfolgreich sind. Ein solcher Angriff beginnt mit dem Anschleichen an die Beute. Ist der Tiger nahe genug herangekommen, springt er mit einem gewaltigen Satz von hinten auf das Opfer, um seine Eckz\u00e4hne (Fangz\u00e4hne) in dessen Nacken zu schlagen. Mit seinen Hinterbeinen steht er fest auf dem Boden, um das Tier nach unten zu dr\u00fccken. Gr\u00f6\u00dfere Tiere werden danach mit einem Kehlbiss get\u00f6tet, kleinere Beutetiere sterben bereits an den Verletzungen im Nacken.<\/li><li>Die Paarungszeit des Sibirischen Tigers ist nicht an eine Jahreszeit gebunden, Katzen k\u00f6nnen ganzj\u00e4hrig empf\u00e4ngnisbereit werden. Ein Kater erkennt das Revier einer paarungsbereiten Katze an den Hormonen in ihrem Urin, den sie an den Reviergrenzen hinterl\u00e4sst. Kater und Katze bleiben mehrere Tage zusammen, in denen sie sich paaren. Danach verl\u00e4sst der Kater das Weibchenrevier.<\/li><li>Tigerjunge kommen blind zur Welt, erst nach etwa 2 Wochen \u00f6ffnen sich die Augen.<\/li><li>Die Jungtiere werden von der Mutter versteckt, nach etwa 2 Monaten verlassen sie mit der Mutter das Versteck, von da an fangen sie auch an, Fleisch zu sich zu nehmen. Sie sind nach etwa 6 Monaten vollst\u00e4ndig entw\u00f6hnt, bleiben aber 2-3 Jahre lang bei der Mutter, vor allem, um ihre Jagdstrategien zu erlernen.<\/li><li>Der namensgebende Amurfluss bildet heute die westlichste Grenze seines Verbreitungsgebiets.<\/li><li>Neben dem Verlust des nat\u00fcrlichen Lebensraumes ist der Sibirische Tiger vor allem durch die Verringerung der Gro\u00dfwildbest\u00e4nde, die seine nat\u00fcrliche Nahrungsgrundlage bilden, bedroht. Da Fleisch f\u00fcr viele Menschen im fernen Osten Russlands kaum erschwinglich ist, wird im Lebensraum des Tigers viel gewildert.<\/li><li>Der oftmals illegale Holzeinschlag und das \u00dcbergreifen von Feuern, die zur Vergr\u00f6\u00dferung der Ertr\u00e4ge auf Feldern gelegt werden und auf die W\u00e4lder \u00fcbergreifen sind f\u00fcr das Schrumpfen des Lebensraums des Sibirischen Tigers verantwortlich. Wenn m\u00f6glich meidet die Gro\u00dfkatze (wie ihre Beute auch) offene Fl\u00e4chen.<\/li><li>Der R\u00fcckgang des dichten Waldes bietet den Wilderern besseren Zugang ins Tigergebiet und dem Tiger weniger Schutz.<\/li><li>F\u00fcr den Sibirischen Tiger gibt es ein Europ\u00e4isches Erhaltungszuchtprogramm (EEP), das von der Zoologischen Gesellschaft London (ZSL) gef\u00fchrt wird.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Mythos \u201eWei\u00dfer Tiger\u201c \u2013 Show und Profit unter dem Deckmantel des Artenschutzes<\/h4>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wir Menschen tendieren dazu, Seltenheiten besonders zu sch\u00e4tzen, und die unaufgekl\u00e4rte Mehrheit h\u00e4lt die wei\u00dfen Tiger deswegen f\u00fcr besonders sch\u00fctzenswert.<\/li><li>Tiger k\u00f6nnen ein rezessives, mutiertes Gen f\u00fcr die wei\u00dfe Fell- und blaue Augenfarbe tragen. Extrem selten kommt es vor, dass Mutter und Vater dieses Gen tragen und beide vererben, so dass ein wei\u00dfes Jungtier geboren wird.<\/li><li>Bei wei\u00dfen Tigern handelt es sich um eine Genver\u00e4nderung, die zum Leuzismus f\u00fchrt. Im Gegensatz zum Albinismus, einer Genver\u00e4nderung in der Biosynthese der Melanine, k\u00f6nnen leuzistische Tiere dunkle Farbstoffe prinzipiell bilden. Nur an bestimmten Hautstellen sind keine farbstoffbildenden Zellen vorhanden, so dass das Fell wei\u00df und die Hautfarbe rosa ist.<\/li><li>Bis dato kamen wei\u00dfe Tiger nur in der Unterart des Bengaltigers vor, und Experten sch\u00e4tzen, dass nur einer von 10.000 in der Wildnis geborenen Bengaltigern wei\u00df ist.<\/li><li>Die Auswirkung dieses seltenen Zufalls raubt dem Tiger eines der wichtigsten Werkzeuge um zu \u00fcberleben \u2013 seine Tarnung!<\/li><li>Wei\u00dfe Tiger sind in ihrem nat\u00fcrlichen Lebensraum kaum \u00fcberlebensf\u00e4hig und werden sich nat\u00fcrlicherweise nicht fortpflanzen, so dass das nachteilige rezessive Gen nicht weitervererbt werden kann!<\/li><li>Fast alle in Safariparks, Zirkussen, Showbetrieben oder in Privathand gehaltenen wei\u00dfen Tiger weltweit gehen auf einen 1951 eingefangenen wei\u00dfen Kater oder eine Kreuzungen zwischen Bengal- und Amurtiger in Privathand zur\u00fcck und sind durch extreme Inzucht (Vater\/Tochter \u2013 Mutter\/Sohn \u2013 Bruder\/Schwester-Verpaarungen) entstanden.<\/li><li>Mit der doppelten Vererbung des rezessiven Gens sind h\u00e4ufig Krankheiten wie schwere Immunschw\u00e4che und Knochendeformationen (H\u00fcfte, Wirbels\u00e4ule, Kiefer), neurologische St\u00f6rungen (geistige Behinderungen), Gaumenspalten, weit vorgest\u00fclpte Augen und eine kurze Lebensdauer verbunden. Die Inzucht verst\u00e4rkt diese qualvollen Faktoren.<\/li><li>Nur jedes vierte geborene Jungtier von zwei normal gef\u00e4rbten Tigern, die das rezessive Gen tragen ist wei\u00df, die meisten Neugeborenen sind gar nicht \u00fcberlebensf\u00e4hig, 80% der wei\u00dfen Jungtiere sind Totgeburten, und nur eines von 30 wei\u00df-geborenen Tieren ist \u00fcberhaupt \u201evorzeigbar\u201c. Es m\u00fcssen 30 bis 60 hochingez\u00fcchtete Tiger produziert werden, um ein vorzeigbares wei\u00dfes Exemplar zu erhalten! Ein solches Tier ist Liebhabern dann bis zu 60.000 US Dollar wert.<\/li><li>Das Schicksal der \u201eunerw\u00fcnschten\u201c braunen und der kranken und sichtlich deformierten Tiere ist allerdings ungewiss!<\/li><li>Geburten wei\u00dfer Exemplare werden gerne besonders hervorgehoben und als Erfolg f\u00fcr die Erhaltung der Art gefeiert.<\/li><li>Der wei\u00dfe Tiger ist aber keine \u201eTierart\u201c sondern eine Anomalie innerhalb einer Unterart des Tigers!<\/li><li>Die an Qualzucht grenzende Produktion von wei\u00dfen Tigern hat in keinster Weise etwas mit Artenschutz zu tun!<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sibirischer oder Amur-Tiger (Panthera tigris altaica) Verwandtschaft: Reich: TiereStamm: ChordatiereUnterstamm: WirbeltiereKlasse: S\u00e4ugetiereOrdnung: Raubtiere (Carnivora)Unterordnung: Landraubtiere (Fissipedia)Familie: Katzen (Felidae)Unterfamilie: Gro\u00dfkatzen (Pantherinae)Gattung: Panthera (Eigentliche Gro\u00dfkatzen)Art: tigrisUnterart: altaica Verbreitung und Lebensraum: Verbreitung: Russischer ferner Osten, Nordost-China, ggf. NordkoreaLebensraum: Laub- und Nadelw\u00e4lder, Taiga Ern\u00e4hrung: Reh- bis rindergro\u00dfe S\u00e4ugetiere; Wildschweine, auch Raubtiere wie kleinere Katzen, B\u00e4ren, Hunde, daneben Hasen, rattengro\u00dfe<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":2529,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"page-fullwidth.php","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-2541","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zooschule-landau.de\/zoojugendspiele\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2541","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/zooschule-landau.de\/zoojugendspiele\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/zooschule-landau.de\/zoojugendspiele\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zooschule-landau.de\/zoojugendspiele\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zooschule-landau.de\/zoojugendspiele\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2541"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/zooschule-landau.de\/zoojugendspiele\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2541\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2559,"href":"https:\/\/zooschule-landau.de\/zoojugendspiele\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2541\/revisions\/2559"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zooschule-landau.de\/zoojugendspiele\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2529"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zooschule-landau.de\/zoojugendspiele\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2541"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}